Oh du fröhliche

Weihnachten

Man kennt das typische Weihnachtsfest aus den Hollywood Blockbustern. Der schön geschmückte Weihnachtsbaum steht im Wohnzimmer, der Braten ist im Ofen und die Familie genießt in Ruhe und Frieden das Fest. Und das alles ohne Stress. Tja, das war so eine Sache mit dem Stress.

Der Weihnachtsbaum

In unserer Wohnung ist einfach kein Platz für einen Baum. Seit Jahren kommen wir ohne Weihnachtsbaum aus. Abgesehen davon, dass wir zu den jährlichen Feiertagen bei der Familie eingeladen sind und somit nie einen brauchten. Doch heuer sollte es anders werden. Immerhin war es unser erstes Weihnachtsfest als Familie. Am Vortag wollte ich einen kleinen Baum besorgen, der so klein hätte sein sollen, um den als Tisch-Deko zu verwenden. Mein Mann kam mir zuvor und kaufte einen Tag vorher einen mittelgroßen Baum. Ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr ich mich darüber gefreut habe. Erstens weil unser Lift (wieder mal) defekt war und ich froh war, dass ich nicht den Baum die vielen Stockwerke schleppen musste und zweitens da diese Größe meine Weihnachtsstimmung anhob. Einen Tag vor Heiligabend schmückte ich den Baum und freute mich, auf das Gesicht unseres Sohnes.

Heiligabend

Gleich nachdem der kleine Mann munter war, zeigten wir ihm den Weihnachtsbaum. Sofort griff er hin und betrachtete staunend die Kugeln. Ich hatte das Gefühl, dass er sich darüber freute. Am Nachmittag bauten mein Mann und ich ein Lebkuchenhaus. Katastrophal! Mein Mann versuchte das Haus mit dem Dressierzucker und etlichen Zahnstochern zusammen zu halten und die Deko rutschte von den Wänden. Nach kurzer Zeit brach das Lebkuchenhaus wie ein Kartenstapel zusammen. Dazu kam noch, dass der kleine Mann immer unruhiger wurde. Eigentlich wollten wir uns für ein Familienfoto hübsch machen, Weihnachtslieder hören, eine Weihnachtsgeschichte vorlesen und die Bescherung machen. Endeffekt saßen wir beide in Jogginghose auf der Couch und der kleine Mann schrie. Nichts mit dem klassischen Familienfoto vor dem Weihnachtsbaum.

Weihnachts-Marathon

Die nächsten zwei Tage waren für die Familie reserviert. Pro Tag standen zwei Stationen an. Paar Stunden dort, paar Stunden da. Jeder sollte mit dem kleinen Mann das erste Weihnachtsfest genießen. Ein Tagesausflug mit einem Baby ist wie eine Woche verreisen. Was man da alles mit braucht. Der Wickelrucksack war bis oben hin voll, dazu eine große volle Tasche und die Soft-Tragetasche als Schlafmöglichkeit. Hier möchte ich nochmals erwähnen, dass unser Lift nach wie vor defekt war. Ich kam mir vor wie ein Packesel. Dem kleinen Mann gefielen die Besuche. Er wurde herumgetragen, liebkost und bekam Geschenke. Für mich war es Stress pur. Wir versuchten auch ein Familienfoto zu machen. Entweder blickte mein Mann oder mein Sohn wo anders hin. Wir schafften es nicht, alle drei gemeinsam in die Kamera zu lachen. Am Abend des letzten Weihnachtstages fiel ich erschöpft ins Bett, als wäre ich einen Marathon gelaufen. Oh du fröhliche!

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