Wenn sich die Bedürfnisse des Kindes ändern

Studieren mit Kind

Ich habe schon gehört, dass Kinder, die zuvor die Flasche genommen haben, auf einmal diese verweigern. Meist passiert es dann, wenn die Mutter nicht da ist und der Papa das Baby füttern soll. Das so etwas uns passieren könnte, hätte ich nicht gedacht. Denn der kleine Mann ist eigentlich recht unkompliziert.

Es war Freitag zu Mittag und ich war bereits am Sprung Richtung Fachhochschule nach Eisenstadt. Meine Mutter passte auf den kleinen Mann auf, der bereits seit längerem schlief. Das FH-Wochenende davor hatte er zwar Pre-Nahrung getrunken, jedoch zögerlich. Deswegen zeigte ich meiner Mutter die Muttermilchration im Tiefkühlfach. Der kleine Mann schlief so friedlich, dass ich ihn nicht wecken wollte und fuhr los. Am Nachmittag wachte er auf und prompt trat das ein, was ich sonst nur von anderen gehört hatte. Er verweigerte die Pre-Nahrung. Die komplette Muttermilchration musste her. Gegen Abend telefonierte ich mit meinem Mann, der die Pre-Nahrung erneut versuchte. Nichts. Keine Chance. Eine andere Marke brachte ebenfalls keinen Erfolg. Die Unterrichtsstunde war noch nicht zu Ende, doch ich hätte keine Sekunde länger mehr ruhig sitzen können. Ich packte meine Sachen und fuhr nach Hause. In Wien angekommen, verwandelten sich die Autofahrer in Schnecken und tuckerten langsam dahin. Ich wurde immer unruhiger. Meine Gedanken waren bei meinem Sohn, der mich brauchte. Tränen stiegen mir in die Augen. Bin ich eine Rabenmutter, weil ich weiterstudiere? Endlich zu Hause angekommen, legte ich den kleinen Mann an, der hastig trank und anschließend in den Schlaf fiel. Für den nächsten Tag hatte ich zum Glück einiges an Muttermilch abgepumpt, sodass der kleine Mann versorgt war.

Das lange Wochenende an der Fachhochschule stand an. Donnerstag bis Samstag von der Früh bis am Abend Unterricht. Panik stieg in mir hoch. Wie soll ich das nur mit dem kleinen Mann machen? Wenn er keine andere Pre-Nahrung nimmt, kann ich ihn nur an der Fachhochschule stillen. Mein Mann hatte sich für diese Tage Urlaub genommen, sodass er ihn mir bringen hätte können. Lang recherchierte ich im Internet, welche Pre-Nahrung am besten wäre.  Unter den Testsiegern fiel die Marke Beba. Beim Drogeriemarkt fand ich davon kleine fertige Flaschen, die ich zum Testen mitnahm. Aufgewärmt und dem kleinen Mann gegeben, nahm er den Inhalt an. Ich war so froh darüber, da ich mir sonst überlegen hätte müssen, wie ich das mit dem Studieren zukünftig machen soll.

An dem Wochenende verbrachte der kleine Mann viel Zeit mit seinem Papa und seiner Oma. Viele Ausflüge und Verwandtenbesuche wurden gemacht. Die gute Landluft tat dem kleinen Mann sehr gut. Er hatte viel Spaß und fühlte sich wohl. Ich war beruhigt, dass alles funktionierte. Dank der Unterstützung der Fachhochschule, die mir die Möglichkeit zum Stillen und Abpumpen gibt, brauche ich mir für die Zukunft keine Sorgen mehr machen.

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